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Krüper – Eine Hühnerrasse im Detail

2013-12-02
Titelbild von: By Jörg Erich (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons,commons.wikimedia.org/wiki/File%3AKr%C3%BCper_Hahn_Gesperbert.JPG

Krüper - noch eine vom Aussterben bedrohte Hühnerrasse

In diesem Blogeintrag möchten wir euch, wieder einmal, eine Hühnerrasse vorstellen, welche extrem vom Aussterben bedroht ist. Es liegt uns am Herzen, solch eine schöne und seltene Hühnerrassen wie dem Krüper, vor dem gänzlichen Verschwinden zu bewahren.

Also, wer darüber nachdenkt Hühner zu halten oder seine Truppe etwas erweitern möchte, schaut sich mal diese hübsche Hühnerrasse an. Vielleicht findet sich der Krüper dann bald wieder öfter in unseren Gärten.

Der Krüper - Zusammenfassung der Fakten

Herkunft: Einheimisch
Gewicht: Hahn 1,75-2,25kg, Henne 1,5-2kg
Legeleistung: ca. 220 Eier/Jahr
Eiergewicht: ca. 50g
Eierschalenfarbe: weiß
Gefiederfarben: schwarz,schwarz-gelbgedobbelt,schwarz-weißgedobbelt,weiß,gesperbert,rebhuhnfarbig
Ringgröße: Hahn 18mm, Henne 16mm

Die Geschichte der Krüper

Durch unsere Recherchen konnten wir in Erfahrung bringen, dass die ersten Aufzeichnungen über das Krüperhuhn, auf das 16. Jahrhundert zurück gehen. Es ist somit einer der ältesten, deutschen Hühnerrassen. Unter dem Namen "Kriecher" oder "Kriecherhuhn" wurden sie schon 1555 in einem Vogelbuch von Conrad Gesner erwähnt.

Bis zum 18. Jahrhundert hatte sich der kurzbeinige Krüper, unabhängig voneinander, jeweils im Bergischen Land und in Westfalen verbreitet. Die Unterschiede lagen, unter anderem, in den Körperproportionen und in der Kammform. Der Zusammenschluss beider Schläge erfolgte dann im Jahre 1916.

Die Kennzeichen der Krüper

Beschrieben werden die Krüper -welche zu den Kleinhühnern zählen- mit einem vollem, gestrecktem, waagerecht getragenem Körper auf kurzen Beinen. Die Ständer dieser Rasse messen nur zwischen 7 und 10 Zentimeter und gelten somit als kurzläufig. Das Gefieder ist voll, lang und in den Farbschlägen Schwarz, Weiss, Gesperbert, Schwarz-Weiss-Gedoppelt und Rebhuhnhalsig zu finden. Zumindest noch. Die Farben Gelb und Rieselfarben befinden sich noch im Anerkennungsverfahren.

Die als zutraulich geltenden Krüpers gibt es auch in der Zwergform, den Zwerg-Krüpers. Bei diesen wurden die Farbschläge weiss und silberhalsig anerkannt, zumindest bei uns in Deutschland. In Frankreich findet auch die Farbe Schwarz ihre Anerkennung.

Die Krüper und ihre Eigenschaften

Krüpershennen legen bereits im alter von 6 Monaten ihre ersten Eier, ein Bruttrieb ist bei den Hennen allerdings so gut wie gar nicht vorhanden. Der fehlende Bruttrieb der Hennen kann allerdings sehr gut mit einer Kunstbrut ausgeglichen werden.

Eine absolute Besonederheit ist diese Rasse natürlich durch ihre Krüpersanlage. Als solches wird die Verkürzung und Verdickung der beiden Läufer bezeichnet. Dieses Markenzeichen ist nicht immer zum Vorteil für die Krüpers. Reinerbige Krüperküken gelten als nicht Lebensfähig und sterben meist zwischen dem vierten und sechsten Bruttag ab. Um diesen Letalfaktor zu minimieren kreuzt man nun, in aller Regel, entweder einen langbeinigen Hahn mit einer kurzbeinigen Hennen oder eben eine langbeinige Henne mit einem Kurzbeinigen Hahn.

Und wie steht es um den aktuellen Bestand?

Laut der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. ergab die Bestandsabfrage im Jahr 2008 nur noch einen Bestand von 73 Hähnen und 302 Hennen. Dies entspricht einem Gefährdungsgrad der Kategorie 1 (extrem gefährdet) und dementsprechend landen die Krüpershühner leider auf der roten Liste des GEH e.V. Auch 2009 waren es nur insgesamt 375 Tiere.

Eine Bestandsliste von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zeigt für das Jahr 2013 leider keine Verbesserung des gesamtem Bestandes (Alle Farbschläge zusammen gefasst). Somit waren es dieses Jahr bislang nur 288 Hennen und 79 Hähne.

Durch den am 17. Januar 1904 ins Leben gerufenen Sonderverein der Krüpers und Zwergkrüperszüchter, erfuhr diese Hühnerrasse 1989 eine Wiederbelebung durch einige züchter, welche sich dem Erhalt der Rasse widmen und dem Aussterben bislang erfolgreich widersetzen, so wie der langjährige Vereinsvorsitzende Erich Lindsiepe.

Vielleicht finden sich in Zukunft ein paar mehr Liebhaber dieser Rasse, die den Erhalt fördern möchten. Zu wünschen wäre es diesen schönen Tieren in jedem Fall.

Quellenangaben und weitere Hilfreiche Seiten:

Kommentare

  1. geschrieben am 9. Februar 2014 um 10:52 Uhr

    Bettina

    Hahn Alarich (auf dem Foto oben) hat inzwischen reichlich für Nachkommen gesorgt. An der Zahl 27 gesperberte Krüper, davon sechs geschlüpft am 31. Januar 2014. Siehe angehängte Fotos. Grüße, Bettina

    • geschrieben am 2. Juni 2015 um 16:02 Uhr

      Cordula Hausstätter

      Hallo Bettina !
      Ich hatte bis letzte Woche 11 Krüperhühner, der Fuchs hat mir ALLE geholt und nun bin ich händeringend auf der Suche nach ein paar Hühner zum weiterzüchten. Der Hahn ist nämlich noch da, den hat der Fuchs übersehen !! Vielleicht kannst Du mir weiterhelfen !?
      Servus,
      Cordula aus Riedering

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