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Hühnerrasse im Detail: Bergische Schlotterkämme

2018-08-14

Hühnerrasse im Detail: Bergische Schlotterkämme

Bergischer Schlotterkämme
Miriam D.Junghahn der Bergischen Schlotterkämme

Die Bergischen Schlotterkämme stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen.

Die Herkunft


Die ursprüngliche Rasse der Schlotterkämme starb bereits 1929 aus. Sie gründete auf einer Vermischung von westeuropäischen Sprenkelhühnern mit spanischen Landschlägen, eigentlich nur mit schwarzem Farbenschlag.

Neuere Züchtungen, die heute unter dem Namen "Bergische Schlotterkämme" bekannt sind, entstanden auf Basis der Bergischen Kräher und der Thüringer Barthühner.

Die heute bekannten Tiere entstammen einer Kombination aus schwarzen Schlotterkämmen und Deutschen Sperbern.

Unterarten und derzeitige Züchtungen

Als eine Unterart gelten die Bergischen Zwerg-Schlotterkämme. Sie werden seit Ende des 20. Jahrhunderts aus den Bergischen Zwerg-Krähern und den Thüringer Zwerg-Barthühnern, die ausschließlich in schwarz-weißgedobbeltem Farbenschlag vorkommen, gezüchtet.

Derzeit bestehen allerdings viele Bemühungen die ursprünglichen gesperberten Rassen wieder heran zu züchten.

Das Aussehen

Die Dobbelungszeichnung von zwei Farbschlägen ist eine Besonderheit dieses Rassetyps. Sie ist links im Brustgefieder erkennbar.

Als „Gesperberte“ bezeichnet man all jene Rassen, mit Gefiederzeichnungen, die quer gebändertes, dunkles Gefieder auf hellem Grund im Brust-, Bauch- und Flankenbereich zeigen. Die Gefiederzeichnung ist für die gesperberten Rassen, die sich vermischten und neu entstanden, bezeichnend.

„Dobbelung“ meint dabei die Tupfenzeichnung die in hellerer Farbe innerhalb des schwarzen Federkleides liegt und in etwa die Größe eines Fünfpfennigstückes aufweist. Bergische Rassen sind für die grobe Form der Säumung bekannt.

Ein zweites Hauptmerkmal der Rasse ist der „Schlotterkamm“. Was bei den ursprünglich südländischen Rassen ein großer Stehkamm war, hat sich bei den einheimischen Rassen zu einem abgeknickten „Liegekamm“ entwickelt. Die hier lebenden kältegewohnten Rassen hatten nämlich für gewöhnlich kleine Kämme, die nicht so "wackelten" oder "schlotterten" wie die vieler Rassen jüngeren Datums.

Bergischer Schlotterkämme
Miriam D.Ausgewachsener Hahn, zwei Junghähne und eine Junghenne

Eigenschaften der Tiere

Bei der Rasse der „Bergischen Schlotterkämme“ handelt es sich um ein robustes und derbes Landhuhn.

Diese Rasse benötigt viel Auslauf, da es sich um flugtüchtige und sehr lebhafte Tiere handelt. Sie sind durch ihre Aktivität besonders gute Futtersucher.

Wegen der großen Kämme ist es wichtig im Winter für frostfreie Ställe zu sorgen, da die Gefahr von Erfrierungen besteht. Präventiv hilft eine besondere Pflege zum Schutz, wie etwa das regelmäßige Einreiben der Kämme mit Melkfett oder Ähnlichem.

Der Bruttrieb der Rasse ist wenig ausgebildet.

Die Tiere können sehr zutraulich werden.

Aus der Praxis: Erfahrungen von Miriam

Miriam hält nun schon seit 3 Jahren eine kleine Herde Bergischer Schlotterkämme und hat uns ein wenig von Ihren Erfahrungen und dem Zusammenleben mit den Tieren erzählt.

Den Bruttrieb beschreibt sie als rege, obwohl die Rasse eigentlich als Legerasse mit herausgezüchteten Bruttrieb gilt. Dieses Jahr hatte Miriam (zusammengerechnet) bereits sieben Küken aus zwölf Eiern. Im letzten Jahr waren es fünf Küken aus acht Eiern. 


Auch Eieressern lässt sich die Rasse somit empfehlen, da die Hennen ab einem Alter von etwa 6 Monaten bis 2 Jahren ca. zwei Eier in drei Tagen legen (mehr als 4 in der Woche). Danach nimmt die Legeleistung tendenziell ab, doch auch Miriams fünf Jahre alte Henne legt noch immer etwa ein Ei die Woche. Ihre Erfahrungen bestätigen die allgemeinen Angaben hinsichtlich des Bruttriebs der Tiere also nicht.

Beim Brüten, so Miriam, separiere sie die Glucken mit den Küken immer bis diese etwa 3 Wochen alt sind. Danach kommen alle wieder zurück in die Gruppe. Das scheint bei ihr super zu funktioniert.

Bergischer Schlotterkämme
Miriam D.Glucke mit ihren vier Küken im Stall

Wie in unserem Portrait bereits beschrieben, gilt die Rasse als sehr flugtüchtig. Allerdings bleibt die Herde, so Miriams Erfahrung, im Pirg (Zaunhöhe 1,20m), wenn sie diesen gewohnt sind. Im Sommer schlafen die Tiere wohl gerne auch mal im Baum, was ihnen eine nette Abwechslung sowie, außerhalb des Hühnerstalls, Schutz vor Fressfeinden bietet.

Miriam beschreibt ihre Tiere ansonsten als sehr agil und wachsam, Menschen gegenüber eher als zurückhaltend. Die Bergischen Schlotterkämme könnten allerdings gut mit Laufenten zusammen gehalten werden.

Zwar gelten die schlotternden Kämme dieser Rasse als im Winter besonders anfällig für Erfrierungen, diese Erfahrung hat Miriam allerdings bisher nicht gemacht. Im unbeheizten Stall haben ihre Tiere sogar Temperaturen von -20 Grad getrotzt und waren unbeschadet. Daher beschreibt sie die Rasse als sehr winterhart.
Wichtig ist dabei natürlich ein zugluftfreier Stall, in dem Feuchtigkeit vermieden werden sollte.
Der Kamm wird allerdings erst mit Geschlechtsreife voll ausbildet, was ein gutes Unterscheidungsmerkmal zwischen älteren Tieren und den Junghähnen ist. In Legepausen (bei der Brut oder auch im Winter bei älteren Hennen) bildet er sich der Kamm außerdem zurück und wird meistens auch heller.

Vielen Dank für die tollen Insider-Infos sowie Bilder an der Stelle an Miriam!

Eure Meinung und Feedback

Haltet ihr selbst diese Rasse oder eine der Herkunftsrassen oder Unterarten? 

Wir freuen uns über Fotos oder einen Erfahrungsaustausch.

Schreibt uns einfach an oder hinterlasst unten einen Kommentar!

Quellen und weiterführende Links:

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