Home Elkes Hühner – Erfahrungen & Geschichten zur Hühnerhaltung

Elkes Hühner – Erfahrungen & Geschichten zur Hühnerhaltung

2016-08-16

Ich habe Elke per Email im Internet kennengelernt. Sie hat mir sehr schöne, tolle und lange Geschichten von ihren Hühnern geschrieben. Darauf hin habe ich sie gefragt, ob ich sie hier veröffentlichen darf und sie hat zugestimmt. Folgend also ihre beiden "Erfahrungen & Geschichten zur Hühnerhaltung".

Wir haben 5 verschiedene Hühnerrassen zu je 3 Hühnern (leider war das mit den alten Rassen, die wir eigentlich wollten, fast unmöglich zu realisieren). Mir war wichtig, daß sie zutraulich sind, nicht so arg gerne fliegen und keine Hektiker sind. Ca. 5 Minuten von uns entfernt gibt es einen Hühnerhof "Pauli, Oberkashof". Man bestellt die Tiere die man will (er bietet ca. 20 Hühnersorten, Enten, Perlhühner und Gänse an - geimpft und entwurmt) und die Woche drauf werden sie mit einem Lkw geliefert, bei ihm "zwischengelagert", wieder eingefangen, in Kartons, zum neuen Besitzer... - arme Dinger, so ein Streß. Wir haben (seit genau 4 Wochen) Maran, Dt. Blausperber, silbergraue Königsberger, Sussex und Rhodeländer - Mädels und unser Hahn ist auch ein Sussex.

Die Maran bekamen wir nur, weil wir keinen "Altbestand" hatten, denn die waren noch jünger als die anderen. Der Züchter (eigentlich ein Hühnerhof, der nur vermittelt) sagte: Wenn wir das Futter bei ihm kaufen, dann könnten wir ihn alles fragen. Es ist für uns ja wichtig jemanden fragen zur können, da wir von der Hühnerhaltung noch gar keine Ahnung haben. Wenn man Bekannte fragt, dann kriegt man lauter verschiedene Meinungen bezüglich Haltung und Futter (da stellt es einem Tierfreund teilweise schon die Haare bißchen auf!).
Was uns am Züchter geärgert hat ist, daß er uns das mit dem verhungern/verdursten (s .unten) nicht gleich gesagt hat (die Hühner hätten sterben können, wenn ich nicht nachgefragt hätte). Er wußte, daß es unsere ersten Hühner sind. Und daß ich nochmal mit drei Hühnern hin musste, die schiefe Schnäbel hatten, die er übersehen hat (wieder Streß für die armen Dinger - und mich).

Die kleinen Maran wurden anfangs trotzdem schikaniert. Viele von den anderen Hühnern haben auf sie leicht angepickt, wenn sie durch den Stall liefen. Ein regelrechter Spießrutenlauf war das. Am Telefon sagte mir der Züchter, daß wir sie sofort ein oder maximal zwei Wochen extra halten sollten, denn die anderen würden sie einfach verhungern und verdursten lassen! Unser Stall hat ja 16 qm, da haben wir sie mit einem Gitter nachts abgetrennt, mit eigenem Futter und Wasser, daß sie wenigstens in Ruhe schlafen können. Tagsüber blieb ich öfter bei ihnen zum Fressen. Sie haben sehr schnell kapiert, daß ich "aufpasse". Sie sind immer zusammen, die drei kleinen, auch heute noch schlafen sie gemeinsam etwas abseits, aber sonst sind sie akzeptiert.
Eine Königsberger Henne machte uns große Sorgen, denn sie war immer ein bisschen "apathisch", blieb meist im Stall und hechelte, auch wenn es sehr warm war. Sie ging oft erst abends raus, fraß und trank aber und zupfte Gras. Alle Hühner bekamen über das Wasser zwei Wochen lang Vitamine. Es geht ihr trotzdem gut, sie ist aber irgendwie anders als die anderen. "Man kann sie höchstens schlachten, um nachzuschauen", "wenn sie krank wäre, wäre sie schon längst tot"...

Wichtig, der Züchter erwähnt es immer wieder: man muß 3 - 4 Wochen lang den Hühnern "beibringen" bzw. sie müssen "lernen", daß sie nachts nicht am Boden schlafen. "Sie kommen ja von der Massenzucht, da sind sie das so gewohnt. Da kuscheln sie sich - logisch, am Boden - zusammen". Aber da bekommen sie Milben und bei Kälte Eierstockentzündungen. Wir haben zwar Holzfußboden und schön Stroh, aber wir üben trotzdem. Abends, wenn es dunkel ist, dann halten sie ganz still (sehen nicht viel???). Mein Mann macht nur im Notfall einen Moment die Taschenlampe an (nicht die Hühner anstrahlen !!). Ich schnapp eines und setze es auf's Stangerl (schaue wo die Füße sind) und drücke es ganz langsam und sanft !!! runter, denn dann greifen die Zehen und sie bleiben sitzen. Es klappt bei Vollmond nicht, da es zu hell ist und dann hüpfen sie wieder runter. Man muss schwer aufpassen, daß man sie nicht verletzt oder gar einen Flügel bricht. Ich halte meine Hände in der Nähe vom Hals und gleite dann zum Körper, da hat man automatisch die Flügel (nicht zu weit hinten nehmen, sonst schlüpft ein Flügel durch und sie wollen weg, werden nervös, wieder nachfassen... muß nicht sein, einfach dran denken.
Je nachdem wie gut es klappt und ob sie nervös werden oder brav mitmachen üben wir mit etwa 4 bis 7 Hühnern. Eines sitzt abends schon von alleine auf der Stange, ein Schlaui.

Abends (je nach Wärme und Helligkeit) gehen sie so ca. 20.30/20.40 selbst rein, ich zähle dann nur noch durch. Wir "züchten" Mehlwürmer (ursprünglich für die Wintervögel), die gibts als Betthupferl, ist eine Delikatesse (aber nur für Erwachsene, sie können bei Küken odder Jungen die Magenwand anfressen und die jungen Hühner können auch nicht den Panzer der Würmer knacken). Anfangs habe ich versucht, sie vor dem Fernsehprogramm (ca. 19.40) reinzutreiben, hat geklappt, war aber zeitaufwendig und hat ihnen nicht gefallen, denn abends spazieren sie am liebsten im Garten.

Unser Hahn paßt sehr gut auf, bei Gewitter holt er sie rein, wenn Gefahr droht (Mäusebussard) gibt er ein Zeichen und sie rennen sofort alle in den Stall, echt beeindruckend. Übrigens: wenn der Hahn alt wird, dann hat er seine Krallen ziemlich scharf und verletzt beim Aufhocken die Hühner!
Mein Mann hat eine Extra-Türe gebaut, nur mit Rahmen und sonst alles Gitter, damit ersetzen wir eine der beiden Türen wenn es nachts zu warm ist, ansonsten haben die beiden Türen im oberen Teil Fenster bzw. Gitter (mehr Luft), das wird ab Herbst geändert. Wir haben auch noch keinen Hühnerausgang gemacht, sie gehen durch die großen Türen raus und rein, geht aber natürlich nur im Sommer. Sie dürfen zwischen 6 und 7.30 raus, in ihr eingezäuntes Terrain mit 50 m Umzäunung. Wenn sie gegen 9.30 großteils gelegt haben, dann dürfen sie in den richtigen Auslauf, eine Wiese mit 3.000 qm und ein erlaubtes Nachbargrundstück mit 5.000 qm.
Fressen tun sie am Tag ca. 2 kg Junghennen/Legehennen-Futter vom Züchter. Erst wenn wir lauter große Eier haben, dann sollen wir ab und zu (ohne Salz !!) gekochte Nudeln, Reis, Kartoffel dazugeben, zum "strecken", denn sonst ist das Futter zu hochwertig. Futter und (mehrmals frisches) Wasser haben sie natürlich immer da stehen, sie haben sogar eine eigene kleine Quelle im Auslauf. Wenn der Wasserbehälter am Boden steht, kann sich Viehzeug drunter sammeln, das ist nicht so gut. Wir hatten den Wasserbehälter an einer Kette aufgehängt, aber irgendwie ist das nicht komplett gerade und dann rinnt über Nacht alles auf den Boden. Sie haben es jetzt auf einem kleinen Hühner-Tisch stehen :-) Aus Hundenäpfen trinken sie auch sehr gerne, aber nachts kommt da oft Stroh rein. Deshalb wir bieten die Näpfe nur tagsüber draußen mit an. Wasser haben wir an 4 Stellen im Garten verteilt, Futter gibts nur im Stall, klappt auch prima. Wo sich der Eingang vom großen Garten zum kleinen Auslauf befindet, haben sie am zweiten Tag schon kapiert.
Dazu eine -beeindruckende- Geschichte unseres Hahnes: Die Mädels hatten am Anfang verzweifelt versucht durchs Gitter wieder untendurch reinzukommen, haben es einfach nicht kapiert. Er ging dann in die richtige Richtung (wo sie hin sollten), versteckte sich im hohen Gras und rief nach ihnen. Sie gingen seinem Rufen nach und von dort aus sahen sie auch die Eingangstüre :-)) Ein schlauer Kerl.

Gezahlt haben wir zwischen 8,60 und 9,40 Euro, je nach Rasse und Alter. In Summe haben für die 15 Hühner und einen Hahn 146,- Euro bezahlt, sie waren ca. 4 Monate alt ("die Leute wollen Hühner die bald legen"). Es hieß, daß sie nach etwa 2-3 Wochen Eingewöhnung anfangen zu legen (wollen dabei nicht beobachtet werden). Wir hatten am nächsten Tag ein Ei (war anscheinend schon in Arbeit) und ab dem dritten Tag schon drei. Das steigerte sich auf 5-6 Eier und seit Ende letzter Woche, also nach knapp 4 Wochen, bekommen wir schon 8 kleine oder mittelgroße Eier. Der Dotter ist schön "orange" und die größeren Eier haben oft zwei Dotter. Wir hatten auch in den vier Wochen 3 richtige Monstereier (ca. alle 5 oder 6 Tage). Der Züchter sagte: "Das ist ein ganz schlaues Huhn, die holt sich "die besten Sachen" aus dem Futter, deshalb ist das Ei dann so groß" :-))) Mittlerweile sind scheinbar die anderen auch auf den Futtertrick gekommen, es gibt keine Monstereier mehr. Wir hatten drei "lädierte" Schalen ("kommt immer wieder mal vor") und einmal abends nochmal ein Ei ohne Schale (das ist, wenn ein Huhn morgens schon gelegt hat und die Umstände z.B. Sonne, Wärme usw. toll sind). Das Ei soll man nicht essen. Sie bekommen auch Muschelgrit angeboten (für die Knochen und die Eischale), ist immer da, nehmen sie selbst wenn sie spüren, daß sie es brauchen.

Wenn sie in unseren Blumenbeeten rumlaufen, dann hilft verscheuchen nur kurzzeitig. Ich spritze sie zur Zeit mit etwas Wasser aus der Gießkanne an und verfolge sie sogar ein paar Meter mit der Kanne, das klappt am besten (zumindest momentan !!!).
Einmal im Jahr werden sie über das Trinkwasser entwurmt. Täglich mache ich im Stall ihre Hinterlassenschaften weg und alle vier Wochen wird komplett das ganze Stroh ausgetauscht. In ihren Nestern haben sie Heu, zwei Hühner legen ihre Eier am Boden ins Eck.

Liebe Grüße Elke

Auf der nächsten Seite findest du den zweiten Teil.

Füge einen Kommentar hinzu

Du musst eingelogged sein um kommentieren zu dürfen.

Werbung



Werbung AXT-electronic

Werbung Bio-Hühnerfutter von Eierschachteln.de

Werbung Hühnerfutter von defu

Tipps

Teaser Gartenhühner Bauanleitung

Teaser Blogbeiträge

Pin It on Pinterest

Share This

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen