Home Besser Vorbeugen als Nachsorgen – Homöopathie bei Hühnern

Besser Vorbeugen als Nachsorgen – Homöopathie bei Hühnern

2018-10-31

Unser Haushuhn ist das häufigste Nutztier in Deutschland. Neben der gewerblichen Haltung ist es bei Hobby- und Liebhaber-Tierhaltern weiter auf dem Vormarsch und erobert Gärten und Ställe. Auch die Rückbesinnung auf eine gesunde Ernährung, ein Leben mit und in der Natur, das Interesse an Naturheilverfahren, an Garten und Tierhaltung sowie dem Selbermachen nimmt zu. Damit verbunden ist gleichzeitig das Verantwortung übernehmen für sich selbst, die eigene Gesundheit, die der Familie und der Haustiere.

Entwicklung der homöopathischen Behandlung bei Hühner

Nicht nur wir Menschen, unsere Pferde, Hunde, Katzen, Schafe und Ziegen, Rinder oder Pflanzen können wir mit Homöopathie gesund halten und heilen. Wir können ebenso Geflügel und Vögel mit der Heilkraft der „kleinen weißen Kügelchen“ behandeln. Die Grundlagen einer ganzheitlichen und naturnahen Medizin sind für Zwei- und Vierbeiner weit verbreitet und entwickelt. Bei den Vögeln sieht es noch anders aus. Hier wird mit konventionellen Mitteln behandelt, geimpft und entwurmt. Aber Vögel sind empfindlich und scheu, brauchen sanfte Behandlung und keine schweren Geschütze. Sie sind überaus empfänglich für Schwingungsmedizin, auf energetische Therapien - und die Homöopathie zählt mit dazu.

Die Homöopathie ist eine von vielen Naturheilverfahren und kann mit anderen Therapien, zum Beispiel mit Heilkräutern oder ätherischen Ölen, kombiniert werden und diese ergänzen. Sie hat Varianten von der klassischen Form bis zu Komplexmitteln und entwickelt sich fortlaufend weiter. Man setzt sich bei der Beschäftigung mit der Homöopathie aus einem anderen, neuen Blickwinkel mit allem auseinander, man lernt dazu und erweitert seinen Horizont.

Da viele Vogelkrankheiten die Ursache in der Haltung und Fütterung der Tiere haben, liegt der erste Ansatz einer Behandlung genau hier: Information mit Hilfe der Medien, durch den Austausch mit erfahrenen Geflügelhaltern, sich anregen lassen, offen sein für Neues und Unbekanntes und dann handeln und in die Tat umsetzen und die Haltung der Tiere optimieren. Wenn wir die Vögel schon in „Gefangenschaft“ und als Haus- und Nutztier halten, haben sie ein Recht auf eine supergute Haltung mit allem, was dazu gehört.

Das Thema Krankheitsvorbeugung ist in der Geflügelhaltung besonders wichtig, da die Tiere den sprichwörtlichen kurzen Atem haben. Vorbeugende Maßnahmen und optimale Haltung sind die Grundlagen für gesunde, fitte und vitale Tiere. Sie können ihrer Rasse entsprechend wachsen, gedeihen und sich vermehren, sind keine Krankheitsgefahr für uns und wir können gesunde und hochwertige Lebensmittel gewinnen.

Homöopathie bei Hühnern
Christine ErkensHomöopathie bei Hühnern hat viele Facetten

Artgerechte Hühnerhaltung

In Klein- und Hobbybeständen werden oft gemischte Hühnervölker gehalten, also verschiedene Rassen und Altersgruppen. Man hat hier oft das Problem des "Hühner-müde-werdens" von Stall und Auslauf, wenn der Platz für ein jährliches Umsetzen im Stall und ein wechselnder Auslauf fehlt. Parasiten und Krankheitserreger können sich dann bestens vermehren und Gesundheitsprobleme bescheren, die vermeidbar sind. Bei Wassergeflügel ist neben dem Auslauf die Bademöglichkeit und Sauberkeit des Wassers wichtig.

Optimierung der Fütterung

Die Hühner sollten ihrer Rasse, Alter und Leistung entsprechend gefüttert werden. Fertigfuttermischungen erleichtern die Fütterung und können je nach Bedarf ergänzt werden. Kokzidien als ein großes Problem werden durch eine Impfung oder den Einsatz von Futter mit einem Kokzidiostatikum oder Antikokzidiums vermieden. Der Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen wird für ein gesundes Tier mit dem Fertigfutter gedeckt und sollte nur im Fall einer Erkrankung ergänzt werden. Möchte man eine Eigenmischung füttern, sollte man sich genauestens mit der optimalen Zusammensetzung auseinandersetzen. Wichtig ist die Möglichkeit zur Aufnahme von Quarz- oder Granitsteinchen, damit der Muskelmagen gut arbeiten kann. Ein Angebot an Muschelkalk oder Eierschalen ist sehr gut für die Festigkeit der Eischalen und in der Wachstumsphase der Jungtiere. Trinkwasser sollte immer ausreichend und sauber zur Verfügung stehen und ist für eine homöopathische Behandlung wunderbar geeignet und überaus praktisch.

Gesunde Tiere ohne Würmer – Wurmkur mit Bedacht

Eine wichtige vorbeugende Maßnahme ist die regelmäßige Untersuchung von Kotproben, die oft einen ersten Hinweis auf einen Befall an Innenparasiten gibt bevor Krankheitszeichen auftreten. In der Regel reichen Sammelproben und nur im Einzelfall nimmt man gezielt die Kotprobe eines Tieres zur Untersuchung.

Die Diskussion mit den Impfungen

Stehen Impfungen im Bestand an, kann es möglicherweise sinnvoll sein, sich die entsprechende Nosode des Impfstoffes zu besorgen und sie dann zur Hand zu haben, wenn es zu einer unerwünschten Reaktion auf diese Impfung kommt. Man kann diese Nosode in einer C30 ein- bis zweimal täglich für einige Tage geben oder als vorbeugende Maßnahme einen Tag vor dem Impftermin beginnend geben. Es kann zu einer Impfreaktion kommen, was dann eine Art Folgekrankheit der Impfung ist und als Vakzinose bezeichnet wird. Die Ursachen liegen in den Antigenen im Impfstoff, aber auch in den chemischen Zusatzstoffen, die einen negativen Einfluss auf das Immunsystem haben können. Eine andere Art der Vorbeuge als mit der Nosode des jeweiligen Impfstoffes kann die Gabe von Thuja in einer C30 oder C200 ein- bis zweimal täglich für einige Tage und am Tag vor dem Impftermin anfangend sein. Man kann Thuja auch noch mit Hypericum und Ledum, beides in C30, ergänzen. Hat man den Verdacht, dass man eine Vakzinose bei seinen Tieren hat, kann man diese mit verschiedenen Mittel behandeln. Meist wird hier Thuja eingesetzt, es können aber auch Carcinosinum, Malandrium, Mezereum, Sarsaparilla, Silicea, Sulfur oder Tuberculinum sein. Diese Mittel kann man in einer C200 einmal täglich für einige Tage geben.

Und was sind Nosoden?

Von Krankheitsprodukten kann man homöopathische Mittel herstellen. Es gibt z.B. eine Salmonellose-Nosode, eine Staphylokokken- oder Streptokokken-Nosode usw. Neben den handelsüblichen Nosoden kann man eine Eigennosode/„Betriebsnosode“ selber herstellen oder herstellen lassen. Hier wird die Info der Erkrankung der eigenen Tiere in ein homöopathisches Mittel gegeben und man kann durch eine vorbeugende Gabe dieser Nosode das Tier – ähnlich wie man sich die Wirkung einer Impfung wünscht – auf die betreffende Erkrankung oder die Erreger „vorbereiten“. Das Immunsystem wird angesprochen und richtet sich auf den „Angriff“ ein, und eine Erkrankung kann so vermieden oder abgeschwächt werden.

Homöopathie bei Hühnern
Christine ErkensDie Echinacea-Heilpflanze

Jetzt kommt die Homöopathie!

Neben anderen und eventuell sinnvoll ergänzenden Naturheilverfahren zur Gesunderhaltung können wir die Homöopathie vorbeugend einsetzen. Entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit und die Widerstandsfähigkeit gegenüber allen möglichen krankmachenden Einflüssen ist ein gutes, kräftiges Immunsystem. Neben Echinacea, das wir in vielen Kombipräparaten für Mensch und Tier finden, und das ein großer Immunstimulator ist, gibt es Thymulin, das die körpereigene Abwehr anregt. Das Mittel Anas barbarie, das ein aus der Entenleber und Entenherz hergestelltes homöopathisches Mittel ist, auch unter der Bezeichnung Oscillococcinum bekannt, kann einmal wöchentlich gegeben werden. Influenzinum wird aus Grippeimpfstoff potenziert und in zwei wöchentlichem Abstand verabreicht.

Homöopathische Kuren für Hühner im Jahresverlauf

Ähnlich wie wir eine Frühjahrs- oder Herbstkur machen (sollten oder könnten), können wir den Vögeln eine Kur dieser Art zukommen lassen. Diese dauert etwa drei Wochen und man kann im täglichen Wechsel Mittel zur Anregung und Kräftigung von Leber, Niere und Immunsystem geben. Zum Beispiel kann man Carduus marianus und Flor de piedra für die Leber und Solidago und Berberis für die Niere im täglichen Wechsel geben. Hat man auffallend viele oder häufig Probleme mit Gicht in den Herbstmonaten, so kann man zur Vorbeugung eine Nieren-Kur ansetzen. Also einmal in der Woche eine Mischung aus Carduus compositum oder Cantharis compositum mit Coenzymen compositum (alle Heel) oder Kombinationsmittel anderer Hersteller in wöchentlichem Wechsel alle paar Tage verabreichen oder sich einige Einzelmittel zur Unterstützung der Nierenfunktion aussuchen und diese in tageweisen Wechsel geben.

Wie funktioniert eine homöopathische „Entgiftung“?

Ein ähnlicher Grundgedanke hat eine Entgiftungskur nach einem Fütterungsfehler, einer chemischen Wurmkur (nach vorheriger Kotuntersuchung, welche Parasiten überhaupt im Fokus sind) oder wie auch gestalteten Behandlung mit Arzneimitteln. Hier können Mittel mit Bezug auf die Leber die Entgiftung und Wiederherstellung des gesunden Gleichgewichtes unterstützen. Zum Beispiel kann man Nux vomica mit Okoubaka kombinieren oder Sulfur oder Sulfur compositum (Heel) verabreichen.

Homöopathie bei Hühnern
Christine ErkensGlobolis für Hühner

Spezialfall: Homöopathie für Jungtiere

Zur Unterstützung des Immunsystems bei Küken oder Jungtieren kann man sehr gut Echinacea als Einzelmittel oder in einem Kombinationsmittel wie Echinacea compositum (Heel) oder Echinacea S-logoplex (Ziegler) geben oder das Einzelmittel Propolis. Zur Unterstützung des Knochenwachstums und Knochenstoffwechsels kann man Calcium carbonicum, Calcium fluoratum oder Calcium phosphoricum geben, die als Jungtiermittel gelten und die allgemeine Entwicklung fördern. Auch Abrotanum oder Magnesium carbonicum können bei schwachen und sich schlecht entwickelnden Jungvögeln eingesetzt werden.

Globulis in der Mauser

Die Mauser ist ein natürlicher Vorgang und keine Krankheit. Sie kann jedoch mit Hilfe der Homöopathie bei geschwächten oder empfindlichen Tieren einfacher ablaufen. Hier passen die Mittel zur Unterstützung des Immunsystems, eine Frühjahrs- oder Herbstkur oder eine Entgiftungskur.

Rekonvaleszens oder Erholungsphase verkürzen mit der Homöopathie

Man gibt über etwa zwei Wochen China, das ein hervorragendes Mittel zur Erholung nach Infektionen mit Säfteverlust ist, gut ergänzt mit Carbo vegetabilis. Dieses Mittel eignet sich besonders für Tiere, die sich nicht richtig erholen können, mager sind und rasch kräftemäßig verfallen. Ein wichtiges Umstimmungsmittel kann auch Acidum formicicum sein, das bei Allergien und Infektanfälligkeit eingesetzt wird. Avena sativa hilft bei Erschöpfung nach einer Erkrankung. Jodum zeichnet sich durch große Schwäche bei gleichzeitig großem Hunger und Durst aus, der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Panax ginseng soll die Drüsen anregen und hilft einem Tier mit lähmiger Schwäche, mit steifen Gelenken und Rücken. Phosphor passt bei großen und schlanken, abgemagerten Tieren, geschwächt durch den Verlust von Körperflüssigkeiten und nervöser Schwäche und auffallender Empfindlichkeit. Auch das „große“ Mittel Arnica kann Vögeln nach septischen oder fieberhaften Erkrankungen, schweren Verletzungen oder Schmerzen des Bewegungsapparates helfen. Calcium carbonicum hilft Tieren nach Stoffwechselproblemen, bei Mangelernährung oder hoher Legeleistung. Dazu kann man bei allen Mitteln Echinacea geben, am besten einmal täglich und kurweise.

Wir sehen: Es gibt für alles ein homöopathisches Mittel. Die Homöopathie ist nicht alleine selig machend, wird sinnvoll in eine Kombination mit anderen Heilmitteln eingebaut, erfordert Hingucken und etwas mehr Einsatz, aber bietet uns und den Tieren soviel mehr.

Weiterführende Informationen

Unsere Buchempfehlung:

Wer mehr zu diesem Thema lesen möchte, kann dies in dem Buch „Homöopathie für Geflügel“ tun. Das Buch gibt es beim Ulmer Verlag mit der ISBN 978-3-8186-0105-9 und kostet 19,90 Euro. Mehr Infos findet Ihr unter www.ulmer.de oder auf der Webseite www.tierheilpraxis-erkens.de.

Verlosung:

Als kleiner Vorgeschmack und Vorfreude auf Weihnachten verlost die Autorin unter den Einsendern einer Email an ce@thp-erkens.de und dem Stichwort „Gesunde und glückliche Hühner“ bis zum 31.12.2018 ein Buch „Homöopathie für Geflügel“.

Wir wünschen euch viel Erfolg!

Homöopathie bei Hühnern das Buch
Christine ErkensDas Buch „Homöopathie für Geflügel“

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