Die Kokzidiose

2012-11-13

Einführung in die Kokzidiose

Kokzidien sind Parasiten, welche infektiöse Sporozysten oder Oozysten produzieren und einen charakteristischen Generationswechsel durchlaufen.

Diese Sporo- oder Oozysten befallen überwiegend den Magen-Darm-Trakt der Hühner und verursachen dadurch Durchfall, der je nach Befallstärke auch blutig sein kann.

Sie vollziehen, nach dem Einnisten in eine Wirstzelle, eine ungeschlechtliche Vermehrung und zerstören diese bei der Zellteilung (Schizogonie/Merogonie). Die Form der Zellteilung ist abhängig von der Art des Parasiten. Nach der ungeschlechtlichen Vermehrung bilden sich Geschlechtszellen, die großen plasmareichen Makrogameten und die begeißelten Mikrogameten, und vollziehen die geschlechtliche Vermehrung. Die befruchtete weibliche Zelle, welche sich mit einer Hülle umgibt, wird mit dem Kot ausgeschieden und vollzieht dort nochmals eine Teilung. In Folge der Reduktionsteilung bilden sich nun die Sporen, in diesen wiederum sich die infektiösen Sporozoiten bilden.

Bei der Kokzidiose gibt es verschiedene Unterharten. Folgend drei davon die vor allem für Hühnerhalter wichtig sind:

Blinddarmkokzidiose

Die Blinddarmkokzidiose, auch genannt Rote Kükenuhr, tritt vor allem bei Küken im alter von 6-8 Wochen auf und verursacht eine Entzündung des Blinddarms. Ältere Hühner sind so gut wie nie betroffen.

Dünndarmkokzidiose

Wieder sind die Küken der Hühner die Hauptopfer. Verursacht wird bei dieser Art der Kokzidiose eine Entzündung des Dünndarms, zum Teil mit punktförmigen Blutungen und Gewebezerfall des Darms.

Enddarmkokzidiosen

Diese Art Kokzidiose wiederum befällt vorzugsweise den Enddarm und die Kloarke des Huhnes. Anzeichen dieser oft tödlich verlaufenden Infektion sind wie bei den vorhergehenden Arten der Kokzidiose der wässrig-schleimige, selten blutiger, Durchfall.

Die Sterberate bei Küken liegt bei einer Infektion durch Kokzidien bei 80%, bei ausgewachsenen Hühnern immerhin nur noch bei 30%. Dadurch ist der wirtschaftliche Schaden für Mastbetriebe enorm, auch aufgrund dessen das die Legeleistung infizierter Hennen bis zu 40% zurück gehen kann. Die Kokzidiose ist inzwischen die am häufigsten diagnostizierte Krankheit.

Kokzidiose - Verbreitung

Die Verbreitung der Kokzidien-Parasiten erfolgt meist in einer warmen, feuchten und sauerstoffreichen Umgebung. Auch hier oft in Begleitung mangelnder Hygiene. Kokzidien werden hierbei durch kotverseuchtes Hühnerfutter oder verschmutztes Einstreu aufgenommen. Die Gewebeparasiten, die zur Gattung der Eimeria zählen, sind äußerst widerstandfähig und können bis zu einem Jahr überleben, selbst an Schuhsohlen.

Diagnose der Kokzidiose

Bei Verdacht auf einen Kokzidien-Befall sollte direkt der Tierazt eingeschaltet werden. Dieser kann durch eine mikroskopischen Untersuchung des Hühnerkotes festellen ob es sich um eine Kokzidiose handelt oder nicht. Auch bei dieser Hühnerkrankheit sind zu allererst die Küken und Junghennen betroffen.

Sichtbare Warnhinweise wären hierbei:

  • Rückgang der Nahrungsaufnahme
  • Lethargisches Verhalten
  • Durchfall, teils sogar blutig
  • aufgeplustertes Gefieder
  • Junge Hühner und Küken sterben
Sitzen einige Küken oder Junghennen mit aufgeplustertem Gefieder in der Ecke, ist es oft schon zu spät, wenn man nicht direkt das richtige Medikament zur Hand hat!

Behandlung

Erkrankte Hühner, bei welchen die Krankheit noch nicht zu stark fortgeschritten ist, können durch kokzidienwirksame Medikamente mit Sulfonamide wie Sulfachchlorpyrazin oder Sulfadimidin behandelt werden. Toltrazuril und Cloazuril gelten auch als sehr wirksam.

Die Rote Kükenruhr wird vorzugsweise mit Amprolium behandelt.

Wie bei vielen Hühnerkrankheiten ist auch hier wieder die Hygiene das A und O der Vorbeugung. Regelmäßiges Desinfizierene und das Vermeiden einer hohen Besatzungsdichte, sowie Schutzimpfungen der Hühnerküken könne zwar eine Infektion durch den Kokzidien-Parasit nicht gänzlich ausschliesen, jedoch eindämmen und das Risiko ganz einfach minimieren.

Quellen u. a. und wichtige Links zum Thema Kokzidien:

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Kommentare

  1. geschrieben am 18. Juni 2015 um 11:04 Uhr

    K. Altmann

    Amprolium zu empfehlen halte ich für grenzwertig., in der Packungsbeilage steht ausdrücklich das es nicht bei Tieren die zur Lebensmittelgewinnung dienen angewendet werden darf.

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