Alltägliche Hühnerkrankheiten

Alltägliche Hühnerkrankheiten, mit welchen man immer mal wieder in Kontakt treten könnte, lassen sich im Großen und Ganzen vermeiden, wenn man ein paar einfache Regeln befolgt. Vor allem das Thema "Hygiene" wird hier immer wieder auftauchen. Wird der Stall sauber gehalten, können viele dieser "kleinen" Krankheiten meistens vermieden werden.

Augenentzündung

Ursache für eine Augenentzündung bei Hühner können, unter anderem, ein zu feuchtes Einstreu oder eine schlechte Stallbelüftung sein. Wird der Stall nicht ausreichend belüftet, kann sich die Konzentration von Ammoniak in der Luft erhöhen und eine Bindehautentzündung hervorrufen.

Doch auch das Gegenteil von zu viel Belüftung kann schädlich sein. Herrscht Zugluft im Hühnerstall kann es schnell zu einer Erkältung kommen.

Sind die Augen der Hühner gerötet, beginnen zu tränen, sondern Schleim ab oder sind geschwollen, sollte man schnell handeln.

Lösung

  • Zugluft verhindern oder
  • Eine Entlüftung im Hühnerstall einbauen
  • Stall komplett entmisten und auf trockenes Eintreu achten
  • Augen mit Kamillentee oder zweiprozentigem Borwasser vorsichtig abtupfen
  • Auch warmes Wasser kann zum Abtupfen verwendet werden
  • Tritt keine Besserung ein, einen Veterinär zu Rate ziehen

Basierend auf "Augenentzündung" aus dem Buch "Hühner halten: artgerecht und natürlich" von Katrin Juliane Schiffer und Carola Hotze.

Federn- und Zehenpicken - Kannibalismus

Ursachen hier für kann unter anderem ein zu großer Bestand an Hühnern sein (Stress), so wie ein zu warmer Stall, schlechte Belüftung und zu schnell sättigendes Futter.

Die Hühner picken dabei nach Rücken- und Schwanzfedern der Genossinnen, aber auch an anderen Stellen wie bspw. dem After. Sind bestimmte Stellen an der Henne erst einmal Wund gepickt und auch blutig, kann es sehr schnell zu richtigen Übergriffen von den Angreifern kommen. Hühner sind Allesfresser, daher sind Blut und Fleisch eine willkommene Abwechslung im Speiseplan. Hat ein Huhn ein weiteres als Nahrungsquelle ins Visier genommen, kann das zum Tod des verletzten Huhnes führen.

Mögliche Lösungen

  • Lockeres und hohes Stroheinstreu
  • Ausreichender Scharraum
  • Weniger Licht
  • Weniger Tiere bzw. mehr Auslauf
  • Mehr mehlhaltiges Futter, mehr Muschelschalen
  • Auffällige Tiere selektieren

Parasiten

Parasiten lassen sich in zwei Gruppen aufteilen. Zum einen in die Art von Parasiten welche im Körper (oft im Darm) vorkommen: Endoparasiten, zum anderen die Art von Parasiten, welche auf der Haut oder im Gefieder zu finden sind: Ektoparasiten.

Ektoparasiten

Zu den Ektoparasiten zählen Milben, Federlinge, Flöhe, Läuse und Zecken. Aber auch Fliegen und Käfer können bei Hühnern Krankheiten übertragen.

Milben zählen zu den Spinnentieren, die mit der Kalkbeinmilbe und der Roten Vogelmilbe bei Hühnern am häufigsten vertreten ist. Ursache für einen Milbenbefall sind meist unsaubere, dunkle, feuchte und alte Hühnerställe.

Laut "Hühner halten: artgerecht und natürlich" von Katrin Juliane Schiffer und Carola Hotze setzt sich die Kalkbeinmilbe unter den Schuppen der Hühnerbeine fest. Es entstehen Entzündungen und Schwellungen. Dadurch heben sich die Schuppen ab und die Hühnerfüße sehen aus als hätten sie einen krustigen Kalkbelag.

Lösung

  • Für einen sauberen, hellen und hygienischen Stall sorgen
  • Stall desinfizieren
  • Beine können mit Glyzerin eingerieben werden, dadurch ersticken die Milben
  • Oder mit Schmierseife und einer fünfprozentigen Sodalösung behandeln
  • Beine mit lauwarmen Wasser abwaschen
  • Oder die Hühnerbeine in warmes Wasser halten
  • Danach die Beine mit einer Kalkbeinsalbe behandeln

Die Rote Vogelmilbe hingegen versteckt sich tagsüber in den Ritzen des Stalls und kommt nachts auf das Huhn um dort, teilweise erhebliche Mengen, Blut zu saugen. Konstitutionsschwäche, das Nachlassen der Legetätigkeit, allgemeine Unruhe bis hin zum Verlassen des Nestes sind einige deutliche Anzeichen für einen Befall durch die Rote Vogelmilbe.

Lösung

  • Einen guten Hühnerstall bauen oder kaufen: mit wenig Ritzen, glatten Flächen und Möglichkeiten zur einfachen Reinigung
  • Stall säubern und kalken
  • Sitzstangen von Zeit zu Zeit erneuern
  • Den Hühnern ein sauberes und ständiges Staubbaden zur Verfügung stellen
  • Behandlung durch Akariziden in Pulverform (Carbamate, Pyrethroide, Pyrethrum)
  • Bestreichen der Sitzstangen mit Pflanzenöl (Verstopf die Schlupfwinkel der Milben)

Federlinge sind kleine Kerbtiere (Hühnerläuse/Kieferläuse aus der Gruppe der Insekten). Mit ihrem beißendem Mundwerkzeug ernähren sie sich im Gefieder des Huhns von dessen Hautschuppen und Teilen der Federn. An den Federschäften und der Kloake ist bei einem Befall eine Ansammlung von Nissen (weiße Eier) zu finden. Das allgemeine Wohlbefinden wird gestört und in schwerwiegenden Fällen kann es zu einer verminderten Legeleistung führen.

Lösung

  • Wie immer gilt: Auf die Sauberkeit des Stalles achten!!
  • Durch häufiges Sandbaden kann der Befall verringert werden
  • Teebaumöl in einem Mischverhältnis von 1:10 mit Wasser mischen und das Huhn damit besprühen
  • PadVital BioMaxan, ein biologisches Insektenbekämpfungsmittel zum Einsprühen
  • Mittel gegen Federlinge, gibt es in Fachmärkten und beim Tierarzt.
Hühnerflöhe

Auch diese Hautparasiten zählen zu den Hygieneschädlingen, heißt, sie treten oft dort auf wo es an Hygiene im Stall mangelt. Hühnerflöhe ernähren sich vom Blut der Wirtstiere und verhindert mit einem sogenannte Antikoagulantien dessen Gerinnung. Diese Substanz verursacht Entzündungen und allergische Reaktionen, verbunden mit stark juckenden Hautveränderungen und Bildungen von Quaddeln und Erythemen.

Lösung

  • Auch hier wieder: Auf Sauberkeit im Stall achten!!
  • Altes Nistmaterial verbrennen und nicht deponieren
  • Eventuell eine Floh-Lichtfalle installieren
  • Mittel gegen Flöhe, auch bei Hühnern, gibt es in Fachmärkten und natürlich beim Tierarzt.

Endoparasiten

Zu den Endoparasiten zählen die einzelligen Parasiten, auch genannt Protozoen, und die Würmer, genannt Helminthen. Hühnerkrankheiten wie zum Beispiel die Kokzidiose oder die Schwarzkopfkrankheit werden durch solche Parasiten verursacht.

Würmer

Wie bei den meisten hier beschriebenen Hühnererkrankungen, sind auch Würmer bei Hühnern meist auf unsaubere Ställe zurück zu führen. Sind die Hühnerställe sauber und vor allem trocken, bietet er keinen Nährboden zur Entwicklung von Würmern.

Bandwürmer lassen sich in große und kleine Bandwürmer unterteilen. Der große Bandwurm bevorzugt hierbei als Zwischenwirt Käfer, Ameisen, Regenwürmer und auch Gehäuseschnecken, der kleine Bandwurm wiederum bevorzugt eher Nacktschnecken. Es gilt also die Zwischenwirte aus dem Hühnerstall fern zu halten, um so das Risiko eines Wurmbefalles bei den Hühnern zu minimieren. Die auffälligsten Symptome für einen Wurmbefall sind Durchfall und das Abmagern der Hühner.

Spulwürmer leben im Dünndarm des Huhnes und könne dort große Schäden an der Darmwand anrichten. Durch ihre Länge von 4-7 cm und ihre weißliche Farbe sind diese Würmer im Kot gut zu erkennen. Wie auch bei den Bandwürmern sind Durchfall und Abmagern des Huhnes recht eindeutige Hinweise auf einen Wurmbefall.

Haarwürmer sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Sie bohren sich im Dünndarm in die Darmwand, saugen Blut und schädigen somit die Darmwand enorm. Neben den typischen Symptomen eines Wurmbefalls (Abmagern und Durchfall) treten bei einem Befall durch Haarwürmer oft auch Blutarmut, Mattigkeit und Lahmheit auf.

Lösung

  • Wie immer gilt: Den Stall sauber und hygienisch halten, um das Vermehren von Zwischenwirten zu vermeiden.
  • Eine Wurmkur von einem Tierarzt verschreiben lassen.

Eierfresserin

Wenn die Henne ihre eigenen oder auch fremde Eier frisst, muss nicht immer zwangsläufig das Schlachten die Lösung sein. Jedes Problem hat meist auch eine Ursache. Wird eine Henne nur geschlachtet und nicht nach der Lösung gesucht, fängt ein anderes Huhn eventuell mit dem Eierfressen an.

Zuerst sollte man sich daher ein paar Gedanken zu den Haltungsbedingungen der Hühner machen, wenn Verhaltensstörungen dieser Art vorkommen. Siehe "Hühnerkrankheiten aufgrund schlechter Haltungsbedingungen".

Sind alle Störfaktoren im Stall behoben, kann man sich mit weiteten möglichen Ursachen und ihrer Behebung befassen:

  • Mangelerscheinung
    Welches Futter bekomme die Hühner zu fressen. Fehlt ihnen vielleicht der Kalk? Eine Lösung würde darin bestehen mehr Muschelgrit den Futter bei zu mischen.
  • Langeweile
    Haben die Hennen zu wenig zu tun? Haben die Hühner genügend Möglichkeiten sich mit Scharren und Futtersuche zu beschäftigen?
  • Faulheit
    Im schlechtesten Fall könnte es auch einfach ein faules Huhn sein, das sich nicht die Mühe machen möchte Futter zu suchen. Es kann helfen die gelegten Eier schnell zu finden und durch Kunsteier auszutauschen. Die Henne wird wieder versuchen die Eier zu fressen, merkt aber schnell das sie nicht genießbar sind.

Einer der interessantesten Lösungsvorschläge, die wir bislang gelesen hatten, rät dazu, ein Hühnerei auszublasen und mit Senf (oder Pfefferpaste) zu füllen. Das präparierte Ei wird nun der Übeltäterin wieder ins Nest gelegt. Der Senf soll, laut Aussage ÖKZ-Zeitung, so unangenehm sein, dass man diese Methode oft nur ein einzige Mal anwenden müsse.

Es kann unter anderem auch hilfreich sein, die Hennen ihre Eier in Abrollnester legen zu lassen. So ist es ihnen nicht möglich nach dem Legen noch an ihre Eier heran zu kommen.

Folgend einige Buchempfehlungen zum Thema "Hühnerkrankheiten":

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Hühnerkrankheiten

Ein gesunder Hühnerbestand ist die Voraussetzung für eine ungetrübte Freude an der Geflügelzucht und -haltung. Dies setzt Grundkenntnisse über Haltung, Pflege, Vorsorge und Fütterung der Hühner voraus, um eine optimale Versorgung und Betreuung der Tiere zu gewährleisten. In kurz gefasster Form wird dem Hühnerhalter eine Übersicht über die wichtigsten Krankheiten ...

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Quellennachweis:

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Hühner halten: artgerecht und natürlich

Wir halten dieses Buch für eine der besten Einführungen in die Hühnerhaltung. Viele Ideen und Tipps für diese Kapitel stammen aus diesem Buch. Entsprechend empfehlen wir jedem, der sich mehr mit der privaten Hühnerhaltung auseinandersetzen möchte, die Anschaffung dieses Buchs.

Von Carola Hotze und Katrin Juliane Schiffer

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Die Alternative zur Käfig- und Massentierhaltung ist das eigene Huhn im Garten. Viele Züchter beschäftigen sich mit seltenen und vom Aussterben bedrohten Rassen, andere wollen nur ihren Eigenbedarf an Eiern und vielleicht auch Fleisch decken. Wer wissen will, wie „glückliche Hühner“ gezüchtet und sogar in dichter verbauten Gebieten artgerecht gehalten werden können, findet in diesem Praxisbuch mit seinen leicht umsetzbaren Anleitungen und wunderschönen Bildern einen guten Ratgeber.

Von: Wolf-Dietmar Unterweger

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Kommentare

  1. geschrieben am 18. Februar 2015 um 21:59 Uhr

    franzi von hahn

    Ich habe unter Krankheiten/Medikation/Endoparasiten auf die Benennung geeigneter Medikamente etc. für die regelmäßige Entwurmung von Gartenhühnern gehofft. Finde aber leider nur den Hinweis, den Stall sauber zu halten, um die Vermehrung der Zwischenwirte (Käfer, Ameisen, Regenwürmer, Schnecken) zu vermeiden. Toll! Wie bitte hält man seinen Garten frei von Insekten und Schnecken? Einbetonieren? Ich dachte, hier geht es um die artgerechte Haltung von Garten- und nicht von Käfighühnern…!? Auf die Tierärzte in unserer Stadt kann ich leider auch nicht zählen, die haben keine Ahnung von Hühnern, brauche also dringend Infos aus dem Internet. Gebt Gas, liebe Experten!

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