Alltägliche Hühnerkrankheiten

Alltägliche Hühnerkrankheiten, mit welchen Du immer mal wieder in Kontakt treten könntest, lassen sich im Großen und Ganzen vermeiden, wenn Du ein paar einfache Regeln befolgst. Vor allem das Thema "Hygiene" wird hier immer wieder auftauchen. Wird der Stall sauber gehalten, können viele dieser "kleinen" Krankheiten meistens vermieden werden.

Augenentzündung

Ursache für eine Augenentzündung bei Hühner kann, unter anderem, ein zu feuchtes Einstreu oder eine schlechte Stallbelüftung sein. Wird der Stall nicht ausreichend belüftet, steigert sich die Konzentration des Amoniakgehaltes in der Luft, eine Bindehautentzündung ist oft die Folge dessen.

Doch auch das Gegenteil von zu wenig Belüftung kann schädlich sein. Herrscht Zugluft im Hühnerstall kann es schnell zu einer Erkältung kommen.

Sind die Augen der Hühner gerötet, beginnen zu tränen, sondern Schleim ab oder sind geschwollen, sollte man schnell handeln.

 

Lösung
  • Zugluft verhindern oder
  • Eine Entlüftung im Hühnerstall einbauen
  • Stall komplett entmisten und auf trockenes Eintreu achten
  • Augen mit Kamilletee oder zweiprozentigem Borwasser vorsichtig abtupfen
  • Auch warmes Wasser kann zum Abtupfen verwendet werden
  • Tritt keine Besserung ein, einen Veterinär zu Rate ziehen

 

Zehenpicken und Kannibalismus

Ursachen hier für kann unter anderem ein zu großer Bestand an Hühnern sein (Stress), so wie ein zu warmer Stall, schlechte Belüftung und zu schnell sättigendes Futter.

Die Hühner picken dabei nach Rücken- und Schwanzfedern der Kolleginnen aber auch einander am After, Kopf und Hals. Sind bestimmte Stellen an der Henne erst einmal Wund gepickt und auch blutig, kann es sehr schnell zu Übergriffen von Kolleginnen kommen. Hühner sind Allesfresser, daher sind Blut und auch Fleisch eine willkommene Abwechslung im Speiseplan. Hat ein Huhn ein Weiteres als Nahrungsquelle ins Visier genommen kann das zum Tod des Verletzten Huhnes führen.

 

Lösung
  • Lockeres und hohes Stroheinstreu
  • Ausreichender Scharraum
  • Weniger Licht
  • Weniger Tiere
  • Mehr mehlhaltiges Futter, mehr Muschelschalen
  • Auffällige Tiere selektieren

 

Ballengeschwüre

Durch scharfe Steine, Draht oder auch zu scharfkantige Sitzstangen könne Verletzungen an den Zehen der Hühner entstehen, entzünden sich diese Wunden, eitern eventuell sogar (abgekapselte Eiterherde), können daraus Geschwüre entstehen.

 

Lösung
  • Behandlung am besten durch den Tierarzt
  • Geschwür aufschneiden (lassen) und den Eiter entfernen
  • Mit Jod desinfizieren
  • Darauf achten das scharfe Gegenstände aus dem Stall / Gehege entfernt werden

 

Parasiten

Parasiten lassen sich in zwei Gruppen aufteilen. Zum einen in die Art von Parasiten welche im Darm vorkommen Endoparasiten), zum anderen die Art von Parasiten welche auf der Haut oder im Gefieder zu finden sind (Ektoparasiten).

Ektoparasiten

Zu den Ektoparasiten zählen Milben, Federlinge, Flöhe, Läuse und Zecken. Aber auch Fliegen und Käfer können bei Hühnern Krankheiten übertragen.

Milben zählen zu den Spinnentieren, die mit der Kalkbeinmilbe und der Roten Vogelmilbe bei Hühnern am häufigsten vertreten ist. Ursache für einen Milbenbefall sind unsaubere, dunkle, feuchte und alte Hühnerställe.

Die Kalkbeinmilbe setzt sich unter den Schuppen der Hühnerbeine fest. Es entstehen Entzündungen und Schwellungen. Dadurch heben sich die Schuppen ab und die Hühnerfüße sehen aus als hätten sie einen krustigen Kalkbelag.

 

Lösung
  • Für einen sauberen, hellen und hygienischen Stall sorgen
  • Stall desinfizieren
  • Beine können mit Glyzerin eingerieben werden, dadurch ersticken die Milben
  • Oder mit Schmierseife und einer fünfprozentigen Sodalösung behandeln
  • Beine mit lauwarmen Wasser abwaschen
  • Oder sie Hühnerbeine in warmes Wasser halten
  • Danach die Beine mit einer Kalkbeinsalbe behandeln

 

Die Rote Vogelmilbe hingegen versteckt sich tagsüber in den Ritzen des Stalls und kommt nachts auf das Huhn um dort, teilweise erhebliche Mengen, Blut zu saugen. In seltenen Fällen kann dies sogar zum Tod führen. Konstitutionsschwäche, das Nachlassen der Legetätigkeit, allgemeine Unruhe bis hin zum Verlassen des Nestes sind einige deutliche Anzeichen für einen Befall durch die Rote Vogelmilbe.

 

Lösung
  • Sitzstangen von Zeit zu Zeit erneuern
  • Stall säubern und kalken
  • Den Hühnern ein sauberes und ständiges Staubbaden gewährleisten
  • Behandlung durch Akariziden in Pulverform (Carbamate, Pyrethroide, Pyrethrum)
  • Bestreichen der Sitzstangen mit Pflanzenöl (Verstopf die Schlupfwinkel der Milben)

 

Federlinge

Federlinge sind kleine Kerbtiere (Hühnerläuse/Kieferläuse aus der Gruppe der Insekten). Mit ihrem beißendem Mundwerkzeug ermähren sie sich im Gefieder des Huhnes von dessen Hautschuppen und Teilen der Federn. An den Federschäften und der Kloake ist bei einem Befall eine Ansammlung von Nissen zu finden. Das allgemeine Wohlbefinden wird gestört und in schwerwiegenden Fällen kann es zu einer verminderten Legeleistung führen.

 

Lösung
  • Wie immer gilt: Auf die Sauberkeit des Stalles achten!!
  • Durch häufiges Sandbaden kann der Befall verringert werden
  • Teebaumöl in einem Mischverhältnis von 1:10 mit Wasser mischen und das Huhn damit besprühen
  • PadVital BioMaxan, ein biologisches Insektenbekämpfungsmittel zum Einsprühen

 

Hühnerflöhe

Auch diese Hautparasiten zählen zu den Hygieneschädlingen, heißt, sie treten oft dort auf wo es an Hygiene im Stall mangelt. Hühnerflöhe ernähren sich vom Blut der Wirtstiere und verhindert mit einem sogenannte Antikoagulantien dessen Gerinnung. Diese Substanz verursacht Entzündungen und allergische Reaktionen, verbunden mit stark juckenden Hautveränderungen und Bildungen von Quaddeln und Erythemen.

 

Lösung
  • Auch hier wieder: Auf Sauberkeit im Stall achten!!
  • Altes Nistmaterial verbrennen und nicht deponieren
  • Eventuell eine Flohlichfalle installieren
  • Mittel gegen Flöhe, auch bei Hühnern, gibt es in Fachmärkten

 

Endoparasiten

Zu den Endoparasiten zählen die einzelligen Parasiten, auch genannt Protozoen, und die Würmer, genannt Helminthen. Hühnerkrankheiten wie zum Beispiel die Kokzidiose oder die Schwarzkopfkrankheit werden durch solche Parasiten verursacht.

Würmer

Wie bei den meisten hier beschriebenen Hühnererkrankungen, sind auch Würmer bei Hühnern auf unsaubere Ställe zurück zu führen. Sind die Hühnerställe sauber und vor allem trocken, bietet er keinen Nährboden zur Entwicklung von Würmern.

Bandwürmern lassen sich in große und kleine Bandwürmer unterteilen. Der große Bandwurm bevorzugt hierbei als Zwischenwirt Käfer, Ameisen, Regenwürmer und auch Gehäuseschnecken, der kleine Bandwurm wiederum bevorzugt eher Nacktschnecken. Es gilt also die Zwischenwirte aus dem Hühnerstall fern zu halten, um so das Risiko eines Wurmbefalles bei den Hühnern zu minimieren. Die auffälligsten Symptome für einen Wurmbefall sind Durchfall und das Abmagern der Hühner.

Spulwürmer leben im Dünndarm des Huhnes und könne dort große Schäden an der Darmwand anrichten. Durch ihre länge von 4-7 cm und ihre weißlich Farbe sind diese Würmer gut zu erkennen. Wie auch bei den Bandwürmern sind Durchfall und Abmagern des Huhnes recht eindeutige Hinweise auf einen Wurmbefall.

Haarwürmer sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Sie bohren sich im Dünndarm in die Darmwand, saugen Blut und schädigen somit die Darmwand enorm. Neben den typischen Symptomen eines Wurmbefalls (Abmagern und Durchfall) treten drei einem Befall durch Haarwürmer oft auch Blutarmut, Mattigkeit und Lahmheit auf.

 

Lösung
  • Wie immer gilt: Den Stall sauber und hygienisch halten, um das Vermehren von Zwischenwirten zu vermeiden. Ratsam wäre auch sich eine Wurmkur von einem Tierarzt verschreiben zu lassen.

 

Eierfresserin

Wenn die Henne ihre eigenen oder auch fremde Eier fressen muss nicht immer zwangsläufig das Schlachten die Lösung sein. Jedes Problem hat meist auch eine Ursache. Wird eine Henne nur geschlachtet und nicht nach der Lösung gesucht, fängt ein anderes Huhn eventuell mit Eierfressen an.

Zuerst sollte man sich daher ein paar Gedanken zu den Haltungsbedingungen der Hühner machen, wenn Verhaltensstörungen dieser Art vorkommen. Siehe Hühnerkrankheiten aufgrund schlechter Haltungsbedingungen.

Sind alle Störfaktoren im Stall behoben kann man sich mit weiteten möglichen Ursachen und ihrer Behebung befassen:

  • Mangelerscheinung
    Welches Futter bekomme die Hühner zu fressen. Fehlt ihnen vielleicht der Kalk? Eine Lösung würde darin bestehen mehr Muschelgrit den Futter bei zu mischen.
  • Langeweile
    Haben die Hennen zu wenig zu tun? Haben die Hühner genügend Möglichkeiten sich mit Scharren und Futtersuche zu beschäftigen?
  • Faulheit
    Im schlechtesten Fall könnte es auch einfach ein faules Huhn sein das sich nicht die Mühe machen möchte Futter zu suchen. Es kann helfen die gelegten Eier schnell zu finden und durch Kunsteier auszutauschen. Die Henne wird wieder versuchen die Eier zu fressen, merkt aber schnell das sie nicht genießbar sind.

 

Einer der interessantesten Lösungsvorschläge die wir bislang gelesen hatten, rät dazu ein Hühnerei auszublasen und mit Senf (oder Pfefferpaste) zu füllen. Das präparierte Ei wird nun der Übertäterin wieder ins Nest gelegt. Der Senf soll, laut Aussage ÖKZ-Zeitung, so unangenehm sein, dass man diese Methode oft nur ein einzige Mal anwenden müsste.

Es kann unter anderem auch hilfreich sein die Hennen ihre Eier in Abrollnester legen zu lassen. So ist es ihnen nicht möglich nach dem Legen noch an ihre Eier heran zu kommen.

Letzter Ausweg:

Schlachten oder verschenken!

 

Letzter Tip zum Schluss:
Habt ihr Fragen oder sogar auch Antworten zum Thema "Hühnerkrankheiten", dann schreibt diese doch am besten in unser Forum. Wir wünschen euch viel Erfolg!

Quellen:

 

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