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Hühnerhaltung – Eine Einführung

Hühnerhaltung ist nicht schwer
Hühnerhaltung ist nicht schwer

Hühner können mit sehr unterschiedlichen Zielsetzungen gehalten werden. Angefangen von der Verwendung als Nutztier für die Versorgung mit Eiern und Fleisch, über die Liebhaberei und als Hobby, bis hin zur professionellen Nutzung im Gewerbe.

In diesem Artikel wird die Hühnerhaltung als Hobby, also im nicht gewerblichen Bereich beschrieben. Allen Interessierten soll mit dieser Einführung ein erster Überblick über das Thema und entsprechende Entscheidungshilfen gegeben werden. Ergänzend werden natürlich besonders auch praktische Tipps und Trick angeboten.

Auch die Auffälligkeiten bei unsereren eigenen Recherchen möchten wir weiter geben. Es gibt zum Teil sehr große Unterschiede zwischen der Theorie der Hühnerhaltung und dem Leben in der Praxis. Dieses Wissen möchten wir allen Einsteigern vermitteln, damit sie sich auf dieser Basis selbst ein Urteil über ihre gewünschte Form der Hühnerhaltung bilden können.

Eine Frage der Zielsetzung...

Für den eigenen Weg zu Hühnern ist es wichtig, als erstes die persönliche Zielsetzung zu klären. Häufig wird man in Ratgebern mit der Frage eingeführt: Warum möchtest Du Hühner halten? Möchtest Du lieber Fleisch, Eier oder die Hühner zur Zier und zum Rasserhalt züchten?
Aus unserer Erfahrung lässt sich diese Fragestellung gerade beim Einstieg in die Hühnerhaltung noch nicht klar beantworten. Meist liegt der Grund in einer Mischung aus dem Interesse an den Hühnern selbst, ihrem Beitrag für den eigenen Lebensraum und Alltag, sowie dem schönen Gefühl, Hühnereier zu erhalten, die nach den eigenen Maßstäben für gesundes Leben und artgerechte Haltung erzeugt wurden.
Dazu kommen viele Vorteile für die Tiere und die Umwelt. Keine vermeidbaren Medikamente für Huhn und Ei, kein Dioxin, keine Massentierhaltung, keine unnützen Transportwege. Statt dessen ein Zusammenleben von Mensch und Tier, ein artgerechtes Umfeld mit gesunder Nahrung für die Tiere.

Um von diesem Standpunkt aus einen guten Start in den Weg mit den eigenen Hühnern zu erhalten ist die ehrliche Beantwortung von zwei wesentlichen Fragen wirklich wichtig. Es handelt sich nämlich um Lebenwesen.

  1. Kann ich mich ausreichend um die Tiere kümmern?
  2. Ist mein Umfeld für die Hühnerhaltung geeignet (Auslauffläche, Nähe zum Nachbarn)?

Wenn diese beiden Fragen mit Ja beantwortet werden können, ist der Rest relativ einfach. Wir wollen dabei helfen, in dem wir das Wissen und die Informationen für die Klärung der Fragen und für die spätere Haltung der Tiere zur Verfügung stellen.

Kann ich mich ausreichend um die Hühner kümmern?

Die Haltung von Hühnern ist in einer kleinen Schar mit maximal rund 6 Tieren deutlich einfacher als die Haltung eines Hundes. Jeweils morgens und abends ist nach den Hühnern zu schauen. Die Tiere benötigen frisches Futter und Wasser, müssen aus dem Stall und wieder hineingelassen werden. Man schaut nach den Eiern und entfernt den Kot vom Kotbrett, um sich die Arbeit bei der gründlichen Stallreinigung zu erleichtern. Mit 10-15 Minuten Aufwand pro Tag sind die Tiere grundsätzlich erst mal versorgt.

Wichtig ist, dass man diese Zeit wie bei jedem Tier regelmäßig aufbringen kann. Wenn dies nicht möglich ist, braucht man Hilfe oder bemüht die Technik zur Unterstützung. Einmal pro Tag ist auf jeden Fall zu prüfen, dass alles in Ordnung ist.

Ist mein Umfeld für die Hühnerhaltung geeignet?

Alle die über einen großen Garten mit mehr als 100 qm auf dem Land verfügen, können sich glücklich schätzen. Hier wird sich in jedem Fall ein schöner Platz für die eigenen Hühner finden. Für alle mit kleinerem Garten oder in dichter besiedeltem Gebiet, gestaltet sich dies eventuell etwas schwieriger.

Platzbedarf, Stall und Auslauf

Hühner sind anspruchslos, aber Platz lieben alle Tiere
Hühner sind anspruchslos, aber Platz lieben alle Tiere

Wichtig für den Platzbedarf ist die Auswahl der Hühnerrasse und die geplante Anzahl der Tiere. Für kleine Hühnerarten eignen sich schon wenige Quadratmeter Fläche im Garten. 1-2 qm für den Stall und dazu ein permanenter Auslauf von 20-30 qm genügen häufig.
Da Hühner soziale Tiere sind sollte die minimale Gruppengröße von drei Tieren über einen längeren Zeitraum nicht unterschritten werden. Drei Tiere einer Zwergrasse können schon auf einer kleinen Fläche gehalten werden, gerade wenn ein "aufgebockter" Hühnerstall zum Einsatz kommt, der zusätzliche Auslauffläche noch unter dem eigentlichen Stall bietet. Fügt man noch 2-3 qm eingezäuntes Areal vor dem Stall hinzu lässt sich die kleinstmögliche benötigte Fläche auf etwas unter 5 qm festlegen.
Optimal für normal große Hühner ist einen Auslauf von 20-30 qm pro Huhn. Unterteilt man diese Fläche und gibt der Wiese Zeit sich zu erholen, bleibt die Grasnarbe erhalten und man kann sich an echten Gartenhühnern in artgerechter Haltung erfreuen. Mehr hierzu in unseren Artikeln zum Hühnerstall und zum Auslauf

Vielleicht ist es interessant zu wissen, dass ursprünglich die Hühner nicht im Garten gehalten wurden. Oftmals war der Nutzgarten der einzige umzäunte und abgetrennte Bereich, in dem sich die Hühner nicht aufhalten durften. Ansonste bewegten sich die Tiere frei im Hof oder auf den anliegenden Grünflächen.

Die Bereitstellung einer so weitläufigen Fläche wird leider nicht von allen Haltern zu realisieren sein. Trotzdem kann es für die Natur und die Tiere sinnvoller sein, in einem kleinen Gehege mit geregeltem Auslauf zu leben, als die Verwendung von Eiern und Fleisch aus dem Massentierhaltung. Die Entscheidung hierzu muss jeder selbst fällen.

Die Nachbarschaft

Neben dem eigenen Areal für die Hühnerhaltung sind die örtlichen Regelungen und die Auswirkung auf die Nachbarn zu klären. Grundsätzlich ist die Haltung von Kleintieren auch in einem reinen Wohngebiet erlaubt. Es gibt keine Auch geschenkte Hühnereier können deine Nachbarn besänftigen Einschränkungen, ob dies Hunde, Katzen oder Hühner sind. Auch die Errichtung von Nebengebäuden zur Haltung der Tiere ist gesetzlich vorgesehen. Siehe dazu diesen Artikel bei Juris.de.
Im Sinne einer guten Nachbarschaft empfiehlt es sich vorab mit den Nachbarn reden und zu klären, wie sie zu dem Vorhaben stehen. Wenige Tiere ohne Hahn sollten generell kein Problem darstellen. Für ein lärmempfindliches Umfeld kann ein schalldichter Hühnerstall errichtet werden, in dem der Hahn früh morgens krähen kann, ohne den Schlaf des Nachbarn oder auch den eigenen Schlaf zu stören.

Rechtliches

Eine entspannte Hühnerschar
Eine entspannte Hühnerschar

In Bezug auf die rechtlichen Rahmenbedingungen kann man sich auch auf dem örtlichen Bauamt informieren, welche ortsüblichen Vorgaben gelten. Diese sind in einem reinem Wohngebiet eines Stadtteils oft strikter als im ländlichen Bereich. Dort können häufig auch freilaufende Hühner oder die Haltung von mehr als einem Hahn als ortsüblich gelten. Hierzu hat das OVG Münster 2002 ein Urteil gesprochen, dass häufig als Referenz Erwähnung findet. Siehe Rechtssprechung des OVG Nordrhein-Westfahlen zur Lärmbelästigung durch Hähne

Zur Errichtung eines gemauerten Stalls ist in jedem Fall eine Baugenehmigung einzuholen. Für andere Stallformen ist es von der genauen Bauart des Stalls abhähngig, ob einen Baugenehmigung benötigt wird. Welche Höhe hat er? Wie nah wird er an der Grundstücksgrenze errichtet? Welches Fundament ist vorgesehen? Diese Fragen sind entscheidend.
Mobile Ställe sind hiervon ausgeschlossen. Mehr zu diesem Thema wird in unserem Artikel über den Hühnerstall beschrieben.

Ein weiterer Faktor für die Genehmigung der Hühnerhaltung im Wohngebiet ist, dass die Hühner als Hobby und nicht zur professionellen Zucht gehalten werden. Dies ist abhängig von der Anzahl der Hühner und auch von der Erkennbarkeit einer gewerbsmäßigen Nutzung z.B. durch die Bewerbung und den Verkauf von Zuchttieren.

Impfen und Meldepflicht

In Deutschland ist es Pflicht, gegen die Newcastle Disease also die Geflügelpest zu impfen. Dies geschieht meist über das Trinkwasser und ist eine sehr einfache Angelegenheit. Die Impfstoffe und eine Erklärung des Vorgehens gibt es beim Tierarzt bzw. der Tierärztin. Mehr dazu in unserem Artikel über mögliche Krankheiten der Hühner.

Hühner sind in Deutschland auch bei der Hobbyhaltung meldepflichtig. Dies ist in Kleinbeständen derzeit kostenfrei. Genaue Informationen gibt es bei der Tierseuchenkasse des jeweiligen Bundeslandes, deren Kontaktdaten und Adressen auf diesem Portal zu finden sind: Tierseuchenkasse.de

Das Henne-Ei Problem: Woher bekomme ich meine Hühner?

Woher kommen diese kleinen Süßen?
Woher kommen diese kleinen Süßen?

Der beste Tipp ist der Kontakt zu einem lokalen Züchter oder zum Geflügel- bzw. Kleintierzuchtverein. Über sie können entweder direkt die gewünschten Hühner bezogen oder Empfehlungen für Händler oder Züchter ausgesprochen werden.

Auch im Tierheim kommt es manchmal vor, dass Hühner abzugeben sind.

Um den Erhalt von seltenen Rassen zu unterstützen, empfielt es sich bspw. auf der Website der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. nachzuschauen oder auch einmal in einem Freilichtmuseeum mit Hühnerhaltung nachzufragen.

Junge Hühner gibt es schon unter 20 Euro pro Stück. Für die Rassezucht nicht geeignete Tiere sind auch unter 10 Euro zu erhalten.

Wichtig ist, dass das Gelände und der Stall vorbereitet ist, wenn die Tiere ankommen. Hier also nichts zu übereilen.

Weiter Informationsquellen

Viele Informationen rund um die Hühnerhaltung erhaltet ihr hier auf unserer Website Gartenhühner.de. Manchmal ist es jedoch sinnvoll, persönlich mit einem erfahrenen Hühnerhalter zu sprechen. Hierzu kann man sich zum Beispiel ohne Probleme auch als Anfänger an einen lokalen Verein wenden.

Zusammenfassung

  • Sofern man selbst genügend Zeit und ein geeignetes Grundstück hat, ist die Haltung von Hühnern relativ leicht.
  • Die Auswirkungen auf die Nachbarn in Bezug auf Geruch und Lärm sind in jedem Fall zu bedenken. Kleine Rassen in geringer Zahl ohne Hahn sind meistens gut machbar und bereichern das Leben ebenso.
  • Der richtige Stall und Auslauf sind wichtig. Hier ist eine entsprechende Planung notwendig. Die Zeit zur vorherigen umfassenden Information zum Thema ist sinnvoll investiert.
  • Hühner sind meldepflichtig und müssen geimpft sein. Beides ist nicht kostspielig und leicht zu bewerkstelligen.

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